Projektentwicklung

Der Große Ackerhof

„Wohnen - Leben – Arbeiten“ der Mehrgenerationenhof in Erfurt

Angebote für Menschen mit Behinderungen, für Senioren, Kinder und Familien

VORBEMERKUNGEN
Beim gemeinsamen Wohnen gibt es heutzutage viele verschiedene Ansätze und Konzepte, die an verschiedenen Orten erprobt und praktiziert werden. Dabei kann es sich um ganze „Siedlungen“, Hausgemeinschaften oder aber auch um regelrechte Wohngemeinschaften handeln. Allen gemein ist eine in der Regel sehr breit gefächerte Altersstruktur und der Wunsch miteinander zu leben, zu wohnen, und nicht allein zu sein.

Auf dem Großen Ackerhof in Erfurt, zwischen der Andreasstraße, der Moritzstraße und der Großen Ackerhofsgasse mitten in der Erfurter Altstadt gelegen, ist es gelungen, Menschen aller Altersstufen, mit und ohne Behinderungen zusammen zu bringen, die hier  leben, arbeiten und Ihre Freizeit gestalten können.

Hierfür ist das geschichtsträchtige Areal wie geschaffen. Bereits im Mittelalter wurde auf dem Gelände der städtische Kornhofspeicher zwischen 1465 bis 1473 erbaut.

Folgende Angebote gibt es:

  • Seniorenpflegeheim  Andreashof (Altenhilfe Sophienhaus gemeinnützige GmbH einer 100% Tochter der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gemeinnützige GmbH
  • Integrative Seniorentagesstätte (CJD Erfurt)
  • Büro für Leichte Sprache (CJD)
  • Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen, 14 barrierefreie Wohnungen (CJD Erfurt)
  • Therapiezentrum im Ackerhof GmbH (Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Spiraldynamik)
  • Wohnbebauung TO 04 und TO 05 - 61 barrierefreie Mietwohnungen (von Zwei- bis Fünfraum-Wohnungen) in zwei neuerrichteten Wohngebäuden
  • Wohn-und Geschäftshaus am Zwinger (Büro- und Praxisräume, Wohnen)

DAS AREAL:

ANDREASSPEICHER – „ANDREASHOF“
Das Diakoniezentrum ist ein Lebensort für ältere Menschen, die auf Grund einer bestehenden Hilfe- und Pflegebedürftigkeit nicht mehr allein leben können oder wollen. Es steht allen Interessenten aus der Stadt zur Verfügung, die in einem christlich geprägten Haus leben wollen, unabhängig, ob sie aktive Kirchenmitglieder sind. Wer hier einzieht, sollte daran interessiert sein, auf andere Menschen zuzugehen und sich an der Gestaltung des Alltags im Haus zu beteiligen und bei der Sicherstellung einer solidarisch orientierten Lebensgemeinschaft mitzuwirken. Die Einrichtung ist am KDA – Konzept (Einrichtungen der 4. Generation der Pflegeheime) orientiert.

Selbstbestimmung, Zufriedenheit und Sicherheit der Hausbewohner stehen an erster Stelle. Im Diakoniezentrum in der Ackerhofgasse  werden deshalb ambulante und stationäre Formen der Versorgung verbunden. Grundsätzlich sollen im Haus nur solche Regulierungen greifen, die sich aus der Form des speziellen Zusammenlebens ergeben. Wir vertrauen auf die Wirkung der kleinen Gruppe, in der jeweils 10 Personen zusammenleben. Tagsüber werden die Hausbe-wohner durch Präsenzmitarbeiter (Personen mit pflegerischen, hauswirtschaftlichen und sozia-len Kompetenzen) oder ehrenamtlichen Helfern in der Wohngruppe unterstützt und begleitet, nachts steht ein Bereitschaftsdienst für das ganze Haus zur Verfügung. Wer in eine Wohnge-meinschaft einzieht, behält grundsätzlich seine Eigenständigkeit, allgemeine Lebensrisiken können auch hier nicht völlig ausgeschlossen werden.

Die Einrichtung wird in ein historisches Gebäude integriert. Die 9 Wohngemeinschaften sind auf 5 Geschosse verteilt.
Der barrierefreie Eingangsbereich und Zugang zum Personenaufzug liegen innerhalb eines geschützten Außengeländes, der Zugang von einer verkehrsberuhigten Straße. Dort sind Park-plätze vorhanden. An das Haus schließt ein mit alten Bäumen bestandener Garten an.

Besondere Schwerpunkte der Bewohnergruppen (Übersicht):
Im Haus können  94 Menschen leben.
Erdgeschoss: für 20 Menschen mit schwerwiegenden demenziellen Erkrankungen
Erstes Obergeschoss: für 20 Menschen mit demenziellen Erkrankungen
Zweites Obergeschoss: für 20 Menschen mit demenziellen Erkrankungen
Drittes und Viertes Obergeschoss: für 34 Menschen mit unterschiedlichen Alterserkrankungen

Im Dachgeschoß befinden sich Personal- und Wirtschaftsräume, das Büro des Pflegedienst – und des Einrichtungsleiters.
In jeder der Wohngemeinschaft leben 10 Bewohner zusammen. Es gibt ausschließlich Einzel-zimmer, die außer einem Pflegebett nicht möbliert sind, damit die Zimmer die Individualität der Bewohner widerspiegeln können. Viele Zimmer verfügen über ein eigenes Bad. Es gibt im Haus 16 Appartements mit 2 unterschiedlich großen Zimmern, die wahlweise von Ehepaaren oder bekannten Personen genutzt werden können.
Mittelpunkt jeder Wohngemeinschaft ist ein, durch die Einrichtung gemütlich ausgestattete Wohn- und Essbereich, mit Zugang zur Küche, einer Sitzecke sowie einem Freisitz oder einer Terrasse. Ein barrierefreies WC befindet sich in unmittelbarer Nähe. Neben- und Wirtschafts-räume sind von jedem Wohnbereich zugänglich.
In jeder Etage gibt es ein Pflegebadezimmer und einen Schreibplatz zur Informationsweitergabe aller an der Betreuung Beteiligter.
Den Hausbewohnern steht darüber hinaus die barrierefreie Außenanlage zur Verfügung.

ACKERHOFSPEICHER – „ARNOLD-DANNENMANN-HAUS“
Erdgeschoss
Integrative Seniorentagesstätte
Eingebettet in den diakonischen Auftrag dient die Integrative Seniorentagesstätte für ältere Menschen mit geistiger Behinderung (folgend Seniorentagesstätte) dazu, den Betroffenen Lebensqualität zu erhalten, Lebensräume zu sichern und den Lebensabend individuell und sinnvoll zu gestalten. Mit der Seniorentagesstätte wird ein erst jetzt, im Rahmen der Entfaltung der Gesamtpersönlichkeit, notwendig gewordenes Instrumentarium geschaffen.
Begleitung und Unterstützung fixieren sich nicht auf die Beseitigung von “Defiziten“, sondern erkennen Fähigkeiten und bringen sie zur Entfaltung. Der Mensch wird dabei nicht einseitig nach gesellschaftlichen Leistungsmerkmalen bewertet, sondern Natürlichkeit, Spontaneität, Lebensfreude, Erlebnisfähigkeit und Wohlbefinden werden als wesentliche Werte bei der Le-bensbewältigung betrachtet.
Bei der Gestaltung des Tages haben Menschen mit Behinderung die gleichen Bedürfnisse wie Menschen ohne Behinderung. Diese lassen sich unter pädagogischem Aspekt in vier Bereiche differenzieren:

  • Größtmögliche Selbstbestimmung
  • sinnvolle Tätigkeit
  • mitmenschliche Beziehungen
  • erfüllende Erlebnisse

Daraus lassen sich folgende Ziele der Förderung und Betreuung in einer Seniorentagesstätte ableiten:

  • Erhaltung und Aktivierung von bestehenden Fähigkeiten
  • die Berücksichtigung der lebenslangen Lernfähigkeit von Menschen
  • das Schaffen neuer Erfahrungen, über die eigene Möglichkeiten und Fähigkeiten weiter entwickelt werden können
  • das Hinführen zu eigenen Interessen und Bedürfnissen
  • Erhöhen der Motivation
  • Förderung der Selbsthilfe
  • Normalität im Rahmen des individuell Möglichen
  • Integration in die Gemeinschaft
  • begleitete Auseinandersetzung mit dem Älterwerden und der eigenen Biografie

In der Integrativen Seniorentagesstätte bietet das CJD den älteren Menschen mit und ohne Be-hinderungen nach ihrem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben, differenzierte Angebote durch eine pädagogisch fachlich strukturierte Tagesbetreuung. Dabei werden die lernintensivsten Zeiten am Vormittag und Nachmittag genutzt um die Senioren im Sinne der Eingliederungshilfe zu fördern. Durch wechselnde soziale Kontakte und ein entsprechendes Umfeld außerhalb des eigenen Wohnraums wird ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützt.

Büro für Leichte Sprache
Hier bietet das CJD:
Übersetzung von Texten in Leichte Sprache
Zum Beispiel: Verträge, Briefe, Protokolle, Entwicklungs-Berichte, Haus-Ordnungen, Informati-ons-Hefte, Internet-Texte.

Schreiben von Texten in Leichter Sprache
Zum Beispiel: Einladungen, Falt-Blätter, Zeitungs-Artikel, Beschreibungen, Informations-Texte.

Schulungen über Leichte Sprache
Anderen erklären, warum Leichte Sprache wichtig ist und über Leichte Sprache beraten.

Beim Suchen von Texten in Leichter Sprache helfen
Informationen in Leichter Sprache für andere Menschen suchen. (Sie sagen uns was Sie in Leichter Sprache suchen. Wir suchen für Sie danach.)


Betreutes Wohnen 1. -  2. Obergeschoss
Hier bietet das CJD erwachsenen Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung (auch Rollstuhlfahrer) und deren Angehörige ein Zuhause, die darin unterstützt werden, ihr Leben noch selbstständiger zu gestalten.
Die Bewohner versorgen sich, mit Unterstützung, weitgehend selbst. Die Wäscheversorgung, Zubereitung der Mahlzeiten und die Sauberkeit der Räumlichkeiten liegen in der Zuständigkeit der Bewohner.
Beim Erhalt ihrer individuellen Selbstständigkeit, sowie bei Problembewältigungen, Konfliktlö-sungen und in allen persönlichen Belangen werden die Bewohner mit dem Ziel, einer größtmög-lichen Eigenständigkeit nach Bedarf unterstützt und begleitet.
Die Bewohner können alle übergreifenden Dienstleistungen im CJD Erfurt, z.B. die Tagesbe-treuung, Nachtrufbereitschaften und Freizeitangebote in Anspruch nehmen.


Therapiezentrum im Ackerhof
Seit dem 01.12.2010 finden Sie das Therapiezentrum als Zusammenschluss des Therapiezent-rums Neuwerkstraße und der Praxis für Ergotherapie Jana Kühn & Lars Jünge auf dem Gelän-de des alten Ackerhofs.
In der Einrichtung können Behandlungen der verschreibungsfähigen Heilmittel Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie wahrnehmen.
Die Behandlung im Hausbesuch oder die Beratung im häuslichen Bereich ist ebenso selbstver-ständlich wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen Therapeuten.



WOHNBEBAUUNG TO 04 UND 05
In Ergänzung der vorhandenen Bausubstanz entstanden entlang der Großen Ackerhofsgasse zwei neue Mehrfamilienhäuser, die sich harmonisch in das geschichtsträchtige Areal einfügen und mit der Innenhofgestaltung als Blickfang das Alte mit dem Neuen verbinden.

Die barrierefreien, altersgerechten und komfortablen Mietwohnungen in den zwei Mehrfamilienhäuser sind bequem über die in den Treppenhäusern eingebauten Fahrstühle erreichbar und spiegeln somit die Nachfrage nach modernen Wohnraum generationsübergreifend für Familien, Paare und Singles oder auch als Alterswohnsitz wieder.

Alle Wohnungen sind nach Süden bzw. Südwesten ausgerichtet und werden mit Ihren großen Balkonen und Terrassen sowie den hellen und freundlichen Räumen Ihre Bewohner verwöhnen.

Das Wohnangebot mit 61 Einheiten reicht von der Single – Zweiraumwohnung, über den klassi-schen Drei- und Vierraumwohnungen bis zur Fünfraumwohnung mit Wohnungsgrößen von 63 bis 110 m² Wohnfläche.

Die Gebäude sind nach EnEV energieeffizient errichtet und über die Heizzentrale mit Block-heizkraftwerk im nahegelegenen Ackerhofspeicher mit Wärme- und Warmwasser versorgt.
Die Ausstattung umfasst Fußbodenheizung, Fertigparkett in den Wohnräumen und im Flur, in den Bädern und im Küchenbereich hochwertige Fußbodenfliesen, Treppenhäuser mit Linoleumbelag. In den Bädern werden bodengleiche Duschen eingebaut.

Die großzügigen Abstellräume für die einzelnen Wohnungen sind im Dachgeschoss im Spitz-boden untergebracht und bequem mit dem Fahrstuhl erreichbar.

Die großzügigen Außenanlagen mit gemütlichen Oasen und viel Grün werden nach Fertigstel-lung zum Verweilen und Relaxen einladen und damit den Wohnwert noch steigern.

Da der Standort im Andreasviertel wenige Meter vom Domplatz entfernt in der Altstadt von Er-furt verkehrsgünstig liegt, ist er sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmit-tel, die Straßenbahnhaltestelle in der Andreasstraße ist in unmittelbarer Nähe, sehr gut zu errei-chen. Die Innenstadt von Erfurt liegt den Bewohnern sozusagen „zu Füßen“.

KORNHOFSPEICHER
Parken & Mehr im Kornhofspeicher - auch bei den Stellplätzen bietet das Ackerhofgelände eine ganz besondere Lösung:
Im Kornhofspeicher dem monumentalen Zeugnis mittelalterlichen Baukunst vis à vis der Wohnbebauung können Bewohner und Nachbarn Stellplätze anmieten.

Das bedeutet Parken in Sichtweite, wobei das massive denkmalgeschützte  Gemäuer gleich-zeitig einen optischen und akustischen Schutz zum Innenhof bietet.


Ein Parkhaus in einem mittelalterlichen Speichergebäude dürfte einzigartig auf der Welt sein. Vielleicht hat Erfurt damit ein neues Wahrzeichen neben Dom & Severi sowie der Krämerbrücke gewonnen.